Spiel mir das Lied vom Goblin – Buchrezension


Written by Ginny
Spiel mir das Lied vom Goblin – Buchrezension


Written by Ginny
Ich weiß nicht, was ich erwartet hab (hatte ich was erwartet? 😅), aber ganz gewiss nicht das. Spiel mir das Lied vom Goblin von Oliver Darkshire ist irgendwie schräg und skurril, gleichzeitig wiederum in Teilen so realistisch. Aber auf jeden Fall eines: unterhaltsam. Es lässt sich für mich nicht so recht in eine Schublade packen.
Hinweis: Vielen Dank an den Verlag zur Bereitstellung der Rezensionsexemplare. Das beeinflusst in keinster Weise meine Meinung oder Gefühle zum Gelesenen. Alles, was ich schreibe, entspricht meinem persönlichen Empfinden.
Spiel mir das Lied vom Goblin – Buchdetails
- (Cozy) Fantasy
- Einzelband
- aus dem Englischen übersetzt von Marianne Schmidt
- 320 Seiten
- Erschienen: 25.03.2026
- Verlag: Penhaligon
Vielleicht vorweg: Die Geschichte empfand ich als extrem kurzweilig. Tatsächlich hat es sich für mich mehr wie eine Kurzgeschichte angefühlt, weil es mir so vorkam, als steckte da noch viel mehr Potential in der Welt und den Charakteren, was nicht so recht ausgeschöpft wurde. Ich fand die Story um Isabella Nagg und den Goblin-Markt eigentlich total spannend, hatte aber den Eindruck, weder Isabella als Charakter richtig kennenzulernen, noch die Goblins als Kreaturen greifen zu können. Obwohl wir als Leser*innen sehr viel Input zur Welt und ihrer Mythologie bekommen (danke, Fußnoten 😶) blieb es für mich doch irgendwie zu oberflächlich. Nichtsdestotroz hatte das Buch einen gewissen Unterhaltungswert. Ich bin schnell in die Story eingestiegen und musste an sehr vielen Stellen laut lachen, weil es so skurril war und einen ganz besonderen Humor hatte. Vor allem weil die Geschichte gewisse moderne Elemente nimmt und sie in dem Fantasysetting dekonstruiert und persifliert.
Fanatsy oder doch eine Prise Realismus?
Einer der lustigsten Aspekte war für mich definitiv die Figur Gwendolyn, die mit ihrem Wunsch nach Erfolg versucht, den Profit des Goblin-Markts zu maximieren. Ich hab mich weggeschmissen, weil man in jedem Satz die scharfzüngige Kritik an der Hustle Culture herauslesen konnte. Es war einfach so realistisch, obwohl es in dieses Fantasysetting eingebettet war, dass ich mich köstlich amüsiert habe.
Don’t judge a book by its cover: Aufmachung & Extras
Ich würde mir ja niemals anmaßen, ein Buch nach dem Look zu bewerten 😉 – aber die Aufmachung und Gestaltung von Spiel mir das Lied vom Goblin hat mich direkt angesprochen. Das Cover, die Schriftarten der Überschriften und die Auszüge aus dem Grimoire spiegeln auf jeden Fall den folkloristischen Vibe wider, den die Geschichte uns vermitteln will. Aber die Fußnoten… Leute, die Fußnoten. 😵💫 Ich hab nicht mal was dagegen, ganz im Gegenteil: Ich finde Fußnoten verleihen Büchern natürlich einen akademischen Touch und sind insbesondere bei Fantasywerken sinnvoll, wenn dadurch etwas zum Worldbuilding beigetragen wird. Aber dieses Buch hat so so viele, dass es mich zwischenzeitlich einfach nur noch aus meinem Lesefluss geholt hat. Man kann’s auch übertreiben. Ich hätte mir stattdessen lieber weitere kurze Zwischenkapitel gewünscht, die mehr ins Detail gehen. Oder einfach im Fließtext.
Fazit
Es lässt sich für mich schwer ein abschließendes Wort finden. Ich würde das Buch in die Kategorie “Unterhaltsam, aber kein Muss” stecken, wenn ich es einordnen müsste. Es war super kurzweilig und ich hab mich gewundert, wie schnell ich durch war. Außerdem hab ich mich zwischenzeitlich wirklich sehr amüsiert, aber dennoch fehlte da für mich noch etwas, um den Funken überspringen zu lassen. Und ganz ehrlich: Das Ende hat mich bisschen wütend zurückgelassen, weil ich mir was anderes erhofft hatte (und den Figuren was anderes gegönnt hätte!).
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