Rezension: Good Night, Pretty Girl von Alex Finlay


Written by Ginny
Rezension: Good Night, Pretty Girl von Alex Finlay


Written by Ginny
Ein brutaler Mord im Jahr 1999 – und dann eine weitere Tat mit ähnlichem Muster in 2015. Das verrät der Klappentext von Good Night, Pretty Girl von Alex Finlay und hat mich direkt die Ohren spitzen lassen. Ich hatte Lust, mich in die Ermittlungen zu stürzen und erhoffte mir von dem Buch vor allem eine kleine Prise Nostalgie für den Jahrtausendwechsel. Was soll ich sagen: Ich bin eben ein 90s Babe 💁♀️ Allerdings war die Story dann doch anders, als ich erwartet hatte.
Hinweis: Vielen Dank an den Verlag zur Bereitstellung der Rezensionsexemplare. Das beeinflusst in keinster Weise meine Meinung oder Gefühle zum Gelesenen. Alles, was ich schreibe, entspricht meinem persönlichen Empfinden.
Good Night, Pretty Girl – Buchdetails
- Thriller
- Einzelband
- aus dem Englischen übersetzt von Leo Strohm
- 400 Seiten
- Erschienen: 21.01.2026
- Verlag: Goldmann
Ausgangslage & Erzählweise
Der Prolog führt uns an dem Silvesterabend 1999 in eine Blockbuster-Filiale – ikonischer für die 90er geht schon mal nicht 😅 Tatsächlich hatte ich nach dem Lesen des Prologs, und somit des ersten Verbrechens, eine Art Déjà-vu, so als hätte ich eine Verfilmung dessen schon mal gesehen. (Hab ich nicht – aber das zeigt auf jeden Fall, dass sich die Story auch sehr gut als Filmversion machen würde.) Nach dem Prolog springt die Handlung dann ins Jahr 2015, dem Zeitpunkt des nächsten Mordes. Diese Zeitebene ist dann für den weiteren Verlauf auch hauptsächlich der Fokus. Natürlich wirft das Fragen auf: Ist es der gleiche Täter wie schon 1999 oder kann das ein Zufall sein? Ist hier etwa ein Serienmörder am Werk? Oder handelt es sich um einen Nachahmungstäter?
Zwischendurch erhalten wir als Lesende kurze Rückblicke in manche Geschehnisse, durch die Perspektive einer der Protagonistinnen. Insgesamt gibt es aber drei Erzählperspektiven:
- Ella, die einzige Überlebende der sog. Blockbuster-Morde 1999
- Chris, jüngerer Bruder des mutmaßlichen Täters von 1999 und Anwalt
- Keller (Sarah Keller), FBI-Agentin, als Unterstützung der örtlichen Polizei
Dadurch erhalten wir als Lesende mehrere unterschiedliche Blickwinkel in die Ermittlungen und haben so die Möglichkeit, verschiedene Hinweise zu analysieren. Persönlich hat mir das sehr gut gefallen, weil es der Story weitere Dimensionen verliehen hat.
Originalität
Sowohl der Aufbau der Handlung als auch die Storyline selbst erfinden jetzt nicht das Rad neu – aber manchmal muss es das auch gar nicht. Mein Anfangsverdacht hat sich zwar letztlich bestätigt, nichtsdestotrotz nimmt die Geschichte gerade zum Ende hin aber noch mal deutlich an Tempo auf und es folgen einige überraschende Wendungen, die man so als Lesende nicht unbedingt erwartet. Mich stört es weniger, wenn ich schon früh die Tatperson entlarve, –im Gegenteil klopfe ich mir dann auf die Schulter, dass ich einfach eine so gute Ermittlerin bin 😏 –, denn mir geht es tatsächlich um die Verknüpfung des großen Ganzen und die Motive.
Was mir tatsächlich sehr gut gefallen hat, ist, dass wir mit Ella eine Perspektive einer Überlebenden bekommen. Ich finde es sehr authentisch und nachvollziehbar, wie sich dieses Erlebnis auf Ellas Charakterentwicklung ausgwirkt hat und wie sie versucht, mit ihrem Trauma zu leben.
& Qualität
Meine größte Kritik bezieht sich allerdings auf die deutsche Übersetzung: Es gibt einige Stellen, die sich leider sehr holprig lesen. Nicht selten hat es mir in den Fingern gekribbelt, mir zusätzlich die englische Ausgabe zu schnappen, um die einzelnen Abschnitte zu vergleichen. 😅 Da ich das aber nicht getan habe, kann ich mir nur Grund der Übersetzung ein Urteil bilden. Ein paar Beispiele:
- ”Sie klatscht kurz in die Hände und vibriert beinahe vor Aufregung.” Vibriert vor Aufregung? Hätte ich in dem Arbeitskontext jetzt nicht unbedingt erwartet 😂
- ”Sie umklammert ihr Handy, als wüsste sie nicht so recht, ob sie nach neuen Meldungen schauen soll oder nicht.” Das Wort Meldungen wird hier statt Mitteilungen oder Benachrichtigungen genutzt, was sich komisch anfühlt.
- ”(…) und lädt die Seite des anonymen Reise-Vloggers auf sein Smartphone.” Persönlich finde ich, niemand würde das so formulieren – entweder man lädt die Seite auf seinem Smartphone oder man öffnet sie. 😬
Und tatsächlich gibt es an einigen Stellen formelle Fehler wie vergessene Satzzeichen, die männliche Form, obwohl es um eine Frau geht und einmal wird ein Mädchen plötzlich in einem Satz zu einem Jungen. Das sind selbstverständlich Dinge, die passieren können und überhaupt nicht schlimm sind, aber sie haben mich teilweise aus dem Lesefluss gebracht. Allerdings macht es das Buch für mich jetzt nicht schlechter. ☺️
Fazit zu Good Night, Pretty Girl
Ich habe mir mehr 90s-Vibes erhofft oder generell eine größere Relevanz der ersten Timeline. Da das aber meine persönliche Erwartungshaltung ist, ändert das letztlich nichts an meiner Wertung des Thrillers. Es war kurzweilig und unterhaltsam, auch wenn es ein paar Schwachstellen hatte. Das Ende hat noch mal viel Spannung und Action geboten, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Es wird nicht mein letzter Alex Finlay sein.
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