Romeo und Julia – eine Graphic-Novel-Adaption


Written by Ginny
Romeo und Julia – eine Graphic-Novel-Adaption


Written by Ginny
Wenn Klassiker auf Comic trifft, dann schlägt mein Herz mindestens genauso schnell, wie wenn Romeo seine Julia erblickt. Und als absolutes Skakespeare-Fangirl stand es außer Frage, dass ich mir die neueste Graphic Novel des Literaturklassikers Romeo und Julia ansehen und auf Herz und Nieren prüfen muss. Doch ob das Leseerlebnis zumindest für mich ein Happy End bedeutet, oder endet das Ganze auch in einer Tragödie?
Fakten zum Comic
Romeo und Julia – die Graphic Novel nach William Shakespeare
- Adaptiert von Steve Barlow und Steve Skidmore
- Illustriert von Wendy Tan Shiau Wei
- Übersetzung aus dem Englischen von Katharina Hartwell
- 112 Seiten
- erschienen bei Loewe Graphix
- Erscheinungsdatum: 15.01.2026
- ab 12 Jahren
Hinweis: Vielen Dank an den Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Das beeinflusst in keinster Weise meine Meinung oder Gefühle zum Gelesenen. Alles, was ich schreibe, entspricht meinem persönlichen Empfinden.
Text & Leseerlebnis
Die Graphic Novel aus der Feder von Steve Barlow und Steve Skidmore ist im Januar 2026 erschienen und hat eine Altersempfehlung ab 12 Jahren. Der Klappentext wirbt mit “moderner Sprache und mit zugänglichen Illustrationen”, und dem würde ich auf jeden Fall zustimmen, weil der Großteil der Sprache so formuliert wurde, dass es leicht verständlich ist. Meine einzige Kritik: Ein paar Zitate sind dem Originalstück von Shakespeare entnommen (oder zumindest sehr nah, und natürlich in Übersetzung), während es aber an deren Stellen doch sehr moderne Ausdrücke gibt. Ich verstehe den Gedanken dahinter, das passte für mich aber tatsächlich in einigen Passagen nicht so gut zusammen. So haben wir einerseits zum Beispiel in der berühmten Balkonszene eines der wohl bekanntesten Zitate:
“Eine Rose würde noch lieblich duften, wenn sie anders hieße. Und Romeo wäre weiter vollkommen, trüge er einen neuen Namen.”
Im starken Kontrast dazu haben wir aber beispielsweise eine Aussage von Julias Amme: “So wie die Dinge stehen, solltest du Paris heiraten. Romeo ist ein Waschlappen dagegen.” Das hat mich schon ab und an zum Schmunzeln gebracht, weil es für mich nicht ganz zusammenpasst. 😅 Ich kann mir aber vorstellen, dass es der jüngeren Zielgruppe überhaupt nicht auffällt, sondern sogar im Gegenteil, eher als positiv gewertet wird.
Zeichenstil & Illustrationen
Mit Maßen von 17.5 cm x 24.5 cm hat der Comic ein super handliches Format, was mir persönlich gut gefällt. Auf 112 farbig illustrierten Seiten erlebt man als Lesende nicht nur die Tragödie von Romeo und Julia auf sehr verständliche Art und Weise, sondern erhält auch noch zusätzlich viele weiterführende Informationen, auf die ich aber im nächsten Abschnitt noch mal eingehe. Mich hat dieser niedliche Zeichenstil sehr angesprochen, weshalb ich auch viel Spaß beim Lesen des Comics hatte. Die Dramatis Personae, also die Auflistung der Charaktere zu Beginn, liefert direkt auch kleine Illustrationen der Personen. Was sofort auffällt ist, dass die Montagues alle in Rottönen gekleidet sind, während die Kleidung der Capulets in Blautönen gehalten ist – das ist beim Lesen der Lektüre super praktisch, um die beiden verfeindeten Parteien auseinanderhalten zu können. Der Comic arbeitet sehr viel mit Licht und Schatten, um die Atmosphäre in den einzelnen Szenen und die Beziehung von Romeo und Julia zu untermalen. Momente, in denen beide glücklich zusammen sind, werden von Lichtflimmereffekten oder Feuerwerk begleitet, während die dramatischen Szenen sehr dunkel sind und die beiden eine schattige Aura umgibt. Das hat mir persönlich richtig gut gefallen.
Das gewisse Extra
Neben der Geschichte von Romeo und Julia bietet dieser Band zusätzlich jede Menge weiterführende Informationen – alle mit Illustrationen aufbereitet – was für mich ein klares Highlight ist. Als Lesende erfährt man mehr zu William Shakespeare als Person, aber steigt auch noch tiefer in die Analyse von Romeo und Julia ein. Es werden Motive und Symbole des Stücks besprochen, die Rolle Shakespeares als Impulsgeber für die Sprachentwicklung thematisiert und Einblicke ins Theaterleben zu seinen Lebzeiten gegeben. Allein für dieses Zusatzmaterial lohnt sich die Graphic Novel meiner Meinung nach schon. 😍
Fazit
Für mich ist diese Graphic-Novel-Adaption von Romeo und Julia definitiv eine schöne Art, sich dem Text und der Geschichte zu nähern – insbesondere, wenn man eher Respekt vor dem Original hat. Dank der modernen Sprache und den schönen Illustrationen findet auch ein junges Publikum Zugang zur Geschichte von Romeo und Julia. Wer darüber hinaus noch mehr über Werk und Autor erfahren will, wird obendrein noch mit zusätzlichem Material versorgt, das eine echte Bereicherung der Lektüre ist. Von mir eine klare Empfehlung für alle, die Lust auf eine Klassiker-Adaption haben und auch tiefer in die Materie einsteigen wollen.
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