Schattenlicht von Yasmin Shakarami – Buchrezension

Juli 2, 2026 | Literatur | 0 Kommentare

Written by Ginny

Juli 2, 2026

Schattenlicht von Yasmin Shakarami – Buchrezension

Juli 2, 2026 | Literatur | 0 Kommentare

Written by Ginny

Juli 2, 2026

Schattenlicht von Yasmin Shakarami ist tatsächlich mein erstes Buch der Autorin, obwohl ich in meinem Umfeld schon sehr viel Positives über ihre Werke gehört habe. Umso gespannter war ich, wie mir ihre YA Mystery Romance, die in einem abgelegenen Örtchen in Kanada spielt, wohl gefallen wird. Meine Erwartungen waren hoch und ich versuche, in dieser Rezension zu Schattenlicht meine Gedanken in Worte zu fassen. So viel vorweg: Die Geschichte hat mich emotional sehr berührt.

Hinweis: Vielen Dank an den Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Das beeinflusst in keinster Weise meine Meinung oder Gefühle zum Gelesenen. Alles, was ich schreibe, entspricht meinem persönlichen Empfinden.

Schattenlicht – Buchdetails

  • Autorin: Yasmin Shakarami
  • YA Romance & Mystery
  • 464 Seiten
  • Erschienen: 11.03.2026
  • Verlag: cbj Verlag

Für die Liebe nach Kanada

Mit Schattenlicht folgen wir der siebzehnjährigen Billie ins beschauliche Maple Ridge in Kanada. Die Schülerin hat sich vor kurzem auf einem deutschen Weihnachtsmarkt Hals über Kopf in den kanadischen Jamie verliebt, der – wie der Zufall es so will – im gleichen Ort wohnt wie ihre Tante. Für Billie ist das ein Zeichen, dass das Schicksal sie zusammengeführt hat. Und so beschließt die Schülerin, auf ihr Herz zu hören und ihren Lebensmittelpunkt nach Kanada, zu Jamie, zu verlegen. Der Plan: Die Highschool abschließen und dann heiraten. Denn Jamie hat Billie, wie es sich für ein moderne Lovestory gehört, per Videocall einen Heiratsantrag gemacht, um ihr zu zeigen, wie ernst er es mit ihr meint.

Was zunächst für einige vielleicht klischeehaft und naiv klingt, hat mich tatsächlich direkt abgeholt, da es mich an meine eigene Fernbeziehung erinnerte. Zwar war ich, im Gegensatz zu Billie, bereits Anfang 20, allerdings kann ich die Gefühle, die so eine erste große Liebe mit sich bringt, absolut nachvollziehen. Für manche mag es absurd erscheinen, die eigene Heimat zu verlassen und alle Brücken abzubrechen, nur weil man sich verliebt hat, aber ich habe mein jüngeres Ich in der Figur direkt wiedererkannt. Weshalb ich auch der Meinung bin, dass Yasmin Shakarami die Charaktere und ihr Innenleben sehr authentisch dargestellt hat.

Der Storyaufbau in Schattenlicht

Zu Beginn der Geschichte begleiten wir Billie und Jamie durch die typische Honeymoon-Phase. Es gab einen Moment, in dem ich mir plötzlich unsicher war, in welche Richtung sich die Story vielleicht entwickeln wird – hatte ich doch eigentlich schon eine Vermutung – doch zum Glück konnte ich auf mein Gefühl und meine Interpretation der kleinen, feinen Details trauen. Im Verlauf wird die Geschichte auch immer düsterer, während zwischenzeitlich sogar eine fast paranormale Atmosphäre erzeugt wird. Das hat mir sehr gut gefallen.

Gleichzeitig lässt Yasmin Shakarami immer mehr höchst emotionale Themen einfließen, die sich aber ganz natürlich mit der Handlung verweben. Zu keinem Zeitpunkt wirkte es so, als würden einfach sehr viele Checkboxen abgehakt werden, um eine möglichst abwechslungsreiche Story zu liefern, sondern alle Details fügten sich ganz organisch zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.

Der Highway of Tears

Schon während des Eintauchens in die Geschichte um das mysteriöse Verschwinden von Macy fühlte ich mich die ganze Zeit an den sogenannten Highway of Tears erinnert, zu dem ich vor Jahren mal eine bewegende Doku gesehen habe.

Bei dem Highway of Tears handelt es sich um einen über 700km langen Abschnitt eines Highways der zwei Provinzen von British Colombia in Kanada miteinander verbindet. Seit den 1970ern ist dieser Highway unzählige Male Schauplatz von Mord- und Vermisstenfällen geworden, bei denen eine extrem hohe Anzahl der Opfer indigene Frauen sind. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Von Aktivist*innen und Medien gibt es allerdings deutliche Kritik, dass nicht genügend Ressourcen in die Aufklärungsarbeit gesteckt wurden, da es sich bei den Opfern eben um Frauen indigener Herkunft handelt.

Und tatsächlich: Am Ende des Buchs erwähnt Yasmin Shakarami den Highway of Tears in ihrer Widmung. Das hat mich gleich umso mehr berührt. Man merkt beim Lesen, wie sehr sich die Autorin mit den Thematiken und Inhalten, die ihren Weg in diese Story fanden, auseinandergesetzt hat. Entstanden ist ein zugleich spannendes und höchst emotionales Jugendbuch, was ich aber jeder Altersklasse empfehlen würde, da man vor allem über die Themen wie Privilegien, Rassismus und Gaslighting nie genug nachdenken kann.

Fazit zu Schattenlicht von Yasmin Shakarami

Ich hatte hohe Erwartungen, die sogar übertroffen wurden. Keineswegs hatte ich damit gerechnet, dass mich diese Story so packen würde und so viele wichtige Themen in diesem Jugendbuch auf unglaublich feinfühlige Art aufgegriffen werden. Jetzt möchte ich gerne weitere Bücher von Yasmin Shakarami lesen, denn Schattenlicht hat mir gezeigt, dass sie unsagbar talentiert ist und die Lesende mit ihrem Schreibstil und der Nahbarkeit ihrer Figuren in den Bann zieht.

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