Kriminalroman im Fantasygewand – The Tainted Cup von Robert Jackson Bennett

Feb. 9, 2026 | Literatur | 0 Kommentare

Written by Ginny

Februar 9, 2026

Kriminalroman im Fantasygewand – The Tainted Cup von Robert Jackson Bennett

Feb. 9, 2026 | Literatur | 0 Kommentare

Written by Ginny

Februar 9, 2026

Klassischer Kriminalroman – but make it fantasy 💫
Dieser Genremix ist tatsächlich eines meiner liebsten, weil er so viel Potential für spannende Fälle bietet. Ich kann selten genug davon bekommen, wenn Mordermittlungen auf Magiesysteme und Fantasywelten treffen, weshalb ich immer auf der Suche nach genau solchen Geschichten bin. Robert Jackson Bennett liefert mit The Tainted Cup den Auftakt einer spannenden Krimi-Trilogie im Fantasyroman – der erste Band der Shadow of the Leviathan-Reihe – und das meiner Meinung nach sehr gelungen. Außergewöhnliches World-Building trifft auf teils schräge Charaktere mit sehr trockenem Humor und enthüllt am Ende, neben dem Mörder, auch noch so manche politische Intrige.

Hinweis: Vielen Dank an den Verlag zur Bereitstellung der Rezensionsexemplare. Das beeinflusst in keinster Weise meine Meinung oder Gefühle zum Gelesenen. Alles, was ich schreibe, entspricht meinem persönlichen Empfinden.

The Tainted Cup – Buchdetails

  • Fantasy-Kriminalroman
  • Band 1 von 3
  • aus dem Englischen übersetzt von Karla Schmidt & Jakob Schmidt
  • 464 Seiten
  • Erschienen: 04.11.2025
  • Verlag: Adrian & Wimmelbuchverlag

Handlung und Charaktere in The Tainted Cup

Im Mittelpunkt von The Tainted Cup stehen die exzentrische Detektivin Ana Dolabra und ihr neuer Assistent Dinios Kol. Kol ist ein Graveur, dessen magisch veränderte Fähigkeiten ihm ein perfektes Gedächtnis verschaffen. Ana hingegen ist eine Ermittlerin, deren Ruf für Brillanz nur von ihren Eigenheiten übertroffen wird. Zusammen verfügen beide über ein optimales Repertoire an Kompetenzen für den Mordfall, der sie erwartet. Denn in einem prächtigen Anwesen in Daretanas wird ein hochrangiger imperialer Offizier tot aufgefunden – und die Todesursache ist höchst skurril: Dem Offizier ist buchstäblich ein Baum aus dem Körper gewachsen. Das ist selbst in dieser Welt, wo Seuchen grassieren und das Blut der Leviathane seltsame magische Veränderungen bewirkt, ein erschreckender wie höchst unwahrscheinlicher Tod. Dins Aufgabe ist es, als Anas Augen und Ohren am Tatort und bei Befragungen zu fungieren. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn zu Anas Eigenheiten gehört es, ständig eine Augenbinde zu tragen und sich zu weigern, ihr Haus zu verlassen. Wie wir im Verlauf der Geschichte noch erfahren, liegt es an Anas speziellen Talenten, die sie durch zu viele Reize von außen schnell überfordern. Dank Dins Beobachtungsgabe und seiner Fähigkeit, alles in seinem Gedächtnis eingravierte bis ins kleinste Detail wiederzugeben, muss Ana sich aber auch gar nicht an die Orte des Geschehens begeben, um mit ihrer Deduktion das Geflecht aus Magie, Täuschung und Mord zu entwirren.

Hommage an Sherlock & Watson

Und wer bis hierhin gelesen hat (Respekt dafür), den erinnert das Ermittlungs-Duo vielleicht an jemanden. Denn wenn man an hochbegabte Detektive und ambitionierte Assistenten denkt, kommt man kaum an Sherlock Holmes und Dr. Watson vorbei. Ganz offensichtlich schafft Bennett hier mit Ana und Kol eine Hommage an den Klassiker im Krimigenre. Und wie ich finde, ziemlich gelungen: Ana ist exzentrisch und außergewöhnlich, mit messerscharfer Auffassungsgabe; Kol ist ruhig, besonnen und gleichermaßen Anas Anker, wie auch ihr Kritiker. Die Dynamik der beiden macht Spaß zu verfolgen und wird durch jeder Menge trockenem Humor teils auf die Spitze getrieben.

Die Geschichte ist eher charakter- als handlungsgetrieben. Man merkt, dass es in diesem Reihenauftakt vor allem darum gehen soll, mit Kol und Ana vertraut zu werden sowie die Welt durch deren Augen kennenzulernen. Nichtsdestotrotz ist die Handlung spannend und der Kriminalfall ein zentrales Element der Geschichte. Es macht richtig Spaß auf Spurensuche zu gehen und zu sehen, wie sich am Ende die Puzzleteile zusammenfügen. Wie in jedem guten Krimi gibt es natürlich den Moment, in dem die Ermittler*innen ihre Beweisführung offenlegen und den*die Täter*in entlarven, worauf sich die Ereignisse nochmals überschlagen. Bis zuletzt fiebert man mit den Charakteren mit.

Ein Worldbuilding, das an The Last of Us erinnert

Dass Robert Jackson Bennett Welten erschaffen kann, wusste ich bereits, da ich die Die Schlüssel der Magie-Reihe von ihm gelesen habe (oder zumindest die ersten beiden Bände, upsi). Da mir die Reihe schon so gut gefallen hat, war ich neugierig, ob Bennett mit The Tainted Cup auch wieder so ein außergewöhnliches System erschaffen wird. In dieser Hinsicht wird man als Lesende nicht enttäuscht: Das Worldbuilding ist komplex und besonders. Statt einer, wie in High-Fantasy sonst so üblichen, mittelalterlich angehauchten Welt erwartet die Leser*innen in The Tainted Cup allerdings eine vom Biopunk-inspirierte Kulisse. Es gibt gentechnisch veränderte Menschen, die durch ihre Anpassungen über besondere Fähigkeiten verfügen, biologische Anomalien und Eigenheiten in Flora und Fauna sowie die möglichen Angriffe durch riesige Leviathane. Das Ganze hat mich beim Lesen schon stark an The Last of Us erinnert – vermutlich wegen der mutierten Pilze und Pflanzen. Einfach mal was ganz anderes!

Fazit zu The Tainted Cup

Trotz des High-Fantasy-Settings würde ich das Buch – und ich spreche hier erst mal nur für den Reihenauftakt – tatsächlich den Krimi-Liebhaber*innen ans Herz legen, weil die Fantasyaspekte gar nicht so sehr im Fokus der Erzählung stehen. Natürlich befinden wir uns hier in einer Fantasywelt, aber die Charaktere und die Ermittlungen stehen hier deutlich im Mittelpunkt. Das wird sich sicherlich noch im Verlauf der Reihe ändern, aber wer Lust auf einen Krimi im Fantasygewand hat, der wird mit The Tainted Cup hervorragend unterhalten werden.

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